installation|urban|photo|graphic
0
prev next
aloop tokyo berlin 0
Die Arbeit Aloop besteht im wesentlichen aus zwei Teilen: Die mittlere Einheit misst radioaktive Hintergrundstrahlung und übersetzt die gemessenen Zerfallsprozesse mittels einer federgelagerten und mit LEDs bestückten rotierenden ca. drei Meter langen Achse, in ein, vom Zufall des Zerfalls bestimmtes, dynamisches Lichtmuster. Wird ein Zerfallsprozess detektiert, so gehen die LEDs an den Enden der permanent rotierenden Achse an, während diese gleichzeitig von einem Hubmagnet schräg gezogen wird. Daraufhin pendelt die Achse über die Zugkraft der Federn und die zentrifugale Krafteinwirkung der Rotation wieder in ihre horizontale Ruhelage, gleichzeitig faden die LEDs langsam aus. Dabei zeichnet sie einen Lichttorus abklingender und sich zu Lichtpunkten auflösender Wellen in den dunklen Raum und kurzweilig auf die Netzhaut des Betrachters. Der zweite Teil der Arbeit ist ein Projektionsschirm aus speziellem lichtleitendem Gewebe, welcher die Mitteleinheit umgibt.

Die besondere Qualität der Arbeit liegt in ihrer klaren Ästhetik und dem dadurch ermöglichten leichten formalen Zugang zu einem an sich ambivalenten Thema. Die Möglichkeit der Kontemplation und das Erfahrbarmachen einer spezifischen Raumqualität sind ihr Anliegen, denn anders als beispielsweise ein typischer Geigerzähler, eröffnet die Arbeit durch ihre Überführung der Strahlung in ephemere Lichtzeichnungen dem Rezipienten einen Raum für die sinnliche Auseinandersetzung mit einem wichtigen Phänomen, das wir ohne technische Vermittlung nicht erfahren können.

Das Projekt Aloop ist gemeinsam mit Markus Hoffmann entstanden. In den Jahren 2011 bis 2012 sind über diverse Ausstellungen mehrere Arbeiten, respektive Weiterentwicklungen der erstmals für eine Ausstellung am ZKM konzipierten Arbeit Aloop entstanden. Das Projekt umfasst die Arbeiten Aloop, Aloop Net Tokyo Berlin und Aloop Tokyo Berlin. Bei letzteren wurde das Verhalten einer in Berlin befindlichen Arbeit durch die Zerfallsmessungen einer weiteren im Museum of Contemporary Art Tokyo befindlichen Arbeit bestimmt und umgekehrt. Die dabei über das Internet in Echtzeit ausgetauschten Impulse der Zerfallsmessungen beider Ausstellungsorte waren zudem in paralleler Gegenüberstellung über eine minimal grafische Microsite permanent und überall online nachvollziehbar.

de en

facts
  • title: aloop tokyo berlin
  • year: 2011 / 2012
  • collaboration with Markus Hoffmann
  • project at the museum of contemporary art tokyo and the tu berlin
  • visit aloop.net

  • downloads
  • images [ lowres | highres ]





  • exhibitions|vita|contact|newsletter|impressum|portfolio|instagram