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Mendy · Situation IV · as seen in the New National Gallery, Berlin

Mendy is the poetic visualisation of a natural occurrence – electricity – that is always present, but is, in itself and without a medium, invisible to us. We are familiar with its function and the results of its usage, but seldom do we witness its nature and character as we do with Mendy. Mendy reiterates the notion that there is something mystical and supernatural in the relationship between men, science, and art. Almost a happening, Mendy is a perceptional event, somewhere “between a planned concept and [a] free acceptance of what will happen, but will happen according to precise, prearranged formative patterns, which do not negate spontaneity, but give it boundaries and potential directions”, to borrow the words of Umberto Eco. Unlike the immobility of a historically archetypical work of art that waits to be seen – such as a painting or a sculpture – Mendy, as the medium of electricity, seemingly makes itself while we watch.

Adapted from a text by Laura Henseler
Mendy · Situation IV · Neue Nationalgalerie, Berlin

Ein Van-De-Graaff Generator erzeugt durch Reibung elektrostatische Hochspannung. Über einen elektrischen Leiter wird diese Spannung von der Maschine weg zu einem frei im Raum gehangenen Bündel ca. 1,8m langer Papierstreifen geleitet. Durch die monopolare Aufladung stoßen sich die Papierstreifen gegenseitig ab und streben die Form einer 3,6m großen Kugel an. Über einen geerdeten rotierenden Zeiger am Generator wird in regelmäßigen Intervallen ein Teil der Ladung über die Erde abgeführt, so dass es kontinuierlich zu einem subtilen leichten Absinken und erneuten Aufrichten der Papierstreifen kommt. Es entsteht die Illusion eines schwebenden und sanft atmenden Wesens.

Nähert sich der (geerdete) Betrachter den Papierstreifen so greifen diese nach ihm um sich über ihn zu entladen. Kommt es zum Kontakt, geben sie einen Teil ihrer Ladung ab und entfernen sich kurzzeitig vom Betrachter, bis sie sich erneut geladen haben. Diese Reaktion auf die Umwelt, also das einer scheinbaren Beobachtung folgende Ertasten derselben, erscheint intentional und führt unweigerlich dazu, der Arbeit etwas Wesenhaftes zuzusprechen - besonders in Kombination mit der atmenden Bewegung.

Mendy ist in ihrem Wesen Energie, vermittelt das Sublime ihrer Natur und hat einen sehr poetischen und meditativen Charakter. Sie öffnet dem Betrachter einen großen Raum sinnlicher Erfahrung für das Phänomen elektrischer Energie, welche heute nicht mehr als etwas Magisches wahrgenommen wird, sondern sich allenfalls in der Betrachtung ihrer alltäglichen Nutzung offenbart. Der Fokus der Arbeit liegt auf ihrer Allgegenwärtigkeit, ihrer ästhetischen, mystischen und magischen Qualität. Dabei hat Mendy sowohl ephemer kinetische wie durativ statisch skulpturale Qualitäten. Durch ihre fragile Erscheinung, ihre leichte Bewegung und das mitunter wahrnehmbare leise Knistern spricht sie nicht nur visuelle und auditive Sinne an, sondern evoziert über die zarte Berührung durch das elektrisch geladene Seidenpapier im Besonderen vor allem ein taktiles Erlebnis. Nähert sich der Rezipient, nähert sich das Werk gleichermaßen und lädt ein zu kontemplativer Interaktion.
Details
Artwork Mendy (Version B), 2013–2014
Material aluminium, acrylic glass, stainless steel, ptfe, silicone, paper, magnets, light bulb, motors, various electronic parts
Dimension (Generator) 2.8 x 1.1 x 0.93 m (h x w x d)
Dimension variable
Edition 15 + 3 APs