1 of 4
Facebook · Twitter
Approaching the work Superimposed by Lucas Buschfeld & Roman Hahlbrock a flickering effect will automatically jump right into your perception. Looking at the different layers that constitute the work Superimposed each layer reveals a certain kind of reality, relation and aesthetics to the recipient. Taking place in the public, the first layer features the place itself, its surface, its environment, its former and actual function etcetera. On the second layer, the conjunction of the place and the artwork, the graphical and minimalistic structure of a grid applied on a buckled concrete shape reminds us of early computer graphics and appears like a metaphor for virtual reality – especially when standing right in it. The third layer, the stunning scintillating effect, open to everybody and not suppressible through focussing, bears deep insights in reality and human perception.

Non hermetic but not superficial the effect addresses scientific as well as philosophical topics. The flickering gate, presenting itself like a model for neuronal activity or binary logic, indeed expresses on the one hand the output of simple calculating neuronal connections within the retina – a process called lateral inhibition. But on the other hand the effect could not fully be explained by lateral inhibition. Some more abstract processes in the brain must as well be involved in this phenomena. The work Superimposed creates the paradoxon, that you are actually able to see, that what you “see” is not just what you “see” – thus offering some kind of proof that reality just happens in your mind and that perception has defined and undefined methods.

As well the work Superimposed, as reality in general, constantly generates itself everytime while we watch it, its always new and always relative.
Die gemeinsam mit Roman Hahlbrock auf Sardinien realisierte Arbeit superimposed präsentiert und thematisiert ein besonderes Phänomen menschlicher Wahrnehmung im öffentlichen Raum. Die verschiedenen Ebenen der Arbeit offenbaren dem Betrachter eine jeweils eigene Realität, Bezüglichkeit und Ästhetik. Die erste Ebene betrifft dabei den Ort selbst, seine Oberfläche, seine Umgebung sowie seine frühere und aktuelle Funktion. Die zweite Ebene beschreibt die Verbindung des Ortes mit dem Werk. Die auf einer gebogenen Betonfläche applizierte Gitterstruktur erinnert dabei in ihrer Form an frühe Computergrafik und erscheint hier wie eine Metapher für virtuelle Realität. Die dritte Ebene ist der beeindruckende Szintillationseffekt, gewissermaßen eine Weiterentwicklung respektive Verstärkung des Hermannschen Gitters. Anders als die meisten optischen Effekte ist dieser für jeden Menschen offensichtlich, lässt sich durch Konzentration und fokussierte Wahrnehmung nicht unterdrücken oder abschwächen und offenbart überzeugende Einblicke in die Divergenz von Realität und Wahrnehmung.

Weder hermetisch noch oberflächlich adressiert der Effekt sowohl wissenschaftliche wie philosophische Fragen. Denn das flackernde Gitter gibt sich nicht bloß formal als Modell neuronaler Aktivität oder binärer Logik, in der Tat beruht ein Teil des Effektes auf den Auswirkungen einfacher logischer Neuronenverschaltungen auf Netzhautebene, der sogenannten lateralen Inhibtion. Das Prinzip der lateralen Inhibition reicht jedoch nicht aus, um diesen Effekt ausreichend plausibel zu erklären. Auch höhere Kognitionsprozesse scheinen hier involviert zu sein. Das Besondere hierbei ist, dass wir das Paradoxon erleben, dass das was wir gerade sehen nicht das ist was eigentlich tatsächlich da ist, und wir - da wir gewissermaßen und ebenso paradox beides synchron wahrnehmen - um diese Absurdität wissen. Die Arbeit superimposed, wie Realität im Allgemeinen, generiert sich ständig aufs Neue während wir sie betrachten, sie ist immer neu und immer relativ.
Details
Artwork superimposed, 2012
Material paint on concrete
Site Sardinia
Dimensions approx. 11.5 m x 6 m
Collaboration with Roman Hahlbrock